Jetzt kommt Licht ins Wirtschaftswunder

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Wenn von den 50er Jahren und dem Wirtschaftswunder die Rede ist, finden automatisch Nierentisch, Petticoat und Tütenlampe Erwähnung. Tatsächlich scheint die Tütenlampe die damals am weitesten verbreitete Leuchte zu sein. Viele Hersteller, Familienbetriebe oder große Firmen, hatten sie im Programm. Ebenfalls sehr beliebt war die Wandbiegeleuchte. Sie ist mit der Tütenlampe eng verwandt, denn sie arbeitet mit den gleichen Elementen - flexiblen Schläuchen und Schuten oder Parabelreflektoren. Ihren Platz hatte sie an der Wand über dem Sofa oder dem Tisch.  Aus einer zeitgenössischen ERCO Studie geht hervor, dass es um die 200 Hersteller gab, die ihr Programm fast jährlich wechselten; es habe auf dem Markt ca. 150.000 verschiedene Leuchtenmodelle gegeben. Die Einflüsse für das Erscheinungsbild der Leuchten kamen u.a. aus der modernen Kunst (Dekor auf Schirmen, Metallgestänge an Stehleuchten), der Raumfahrt (Leuchtenfüße in Sputnikform), der Flora (Binsen, Rispen) oder der Kernphysik (Atommodelle, auch Cocktailkirschen-Stilgenannt). Neben der Formgebung, die in manchen Betrieben noch der Seniorchef, in anderen schon  eigene Formgestalter entwickelten, spielen auch die in der Beleuchtungsindustrie neuen Materialien wie Plastik, Plexiglas, Weichfolie, Perga, Lochmetall, Streckmetall usw. eine wichtige Rolle.

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Rückblickend verbindet sich die Wirtschaftswunderzeit mit der Vorstellung  allgemeinen Wohlstandes. Tatsächlich waren bis etwa 1957 viele Konsumgüter nur für wenige erschwinglich. Ein Vergleich von Einkommensstatistiken mit Warenpreisen zeigt, dass die Anschaffung von Leuchten aus dem Fachhandel ohne vorheriges Sparen für den Normalverbraucher praktisch unmöglich war. Eine Alternative boten die Versandhäuser, bei denen die Preise niedriger und Ratenzahlung möglich war.