Hersteller

Brendel & Loewig, Berlin

Die Firma wurde im Dezember 1861 von Otto Brendel und Carl Loewig als Metall- und Lackierwarenvertrieb gegründet. Neben Vogelkäfigen, Waschschüsseln und Küchengeräten schloss dies auch Leuchter, Stalllaternen und Öllampen ein. 1872 schied Carl Loewig aus. Der Betrieb zog 1880 um und wuchs bis 1885 zu einer Fabrik heran. 1893 wurden der Sohn Erich Brendel und Adolf Jahn, bis dahin Prokurist der Firma, zu Mitinhabern. Da 1902 der Firmengründer ausschied und vier Jahre darauf Adolf Jahn verstarb, war Erich Brendel ab 1906 alleiniger Firmeninhaber. Seine Söhne Erich und Karl stiegen 1923 und 1927 in die Firma ein. Nach dem Tode des Vaters, 1935, führten die Söhne den Betrieb alleine fort. 1945 wurden die Fabrikgebäude durch Bombenangriff fast gänzlich zerstört und bis 1952 in angemietete Räumlichkeiten verlegt. Ein Jahr nach dem Tode von Karl Brendel,1955, trat sein Sohn Wolfgang Brendel in die Firma ein. Da die Grundstücke um den Betrieb zu Wohnbaugebiet deklariert worden waren, musste die Firma in einen anderen Stadtteil Berlins verlegt werden. Der Umzug nach Neukölln erfolgte im Juli 1960. Brendel & Loewig arbeitete sehr häufig mit Peill & Putzler, aber auch mit der Glashütte Limburg zusammen. Da sie nur die Metallwaren entwickelten und herstellten, wurden Verblendungen und Lampenschirme jeglicher Art zugeliefert. Die Glasschirme wurden dabei nach Wünschen von Brendel & Loewig gefertigt. Seit Ende der 80er Jahre läuft die Firma unter dem Namen Brendel Leuchten GmbH.

 

Gebrüder Cosack, Neheim-Hüsten

Die Firma wurde ca. 1860 als Metallverarbeitungsbetrieb in Neheim-Hüsten gegründet. Man stellte damals liturgisches Gerät und Kreuze aus Messing her. Über die Fabrikation von Petroleumlampen gelangte die Firma zur Produktion elektrischer Leuchten. Nach dem Zweiten Weltkrieg bezog man Holzteile hinzu, ebenso wie Lampenschirme, z.B. Stoffschirme, die von anderen Herstellern zugeliefert wurden.  Cosack verfolgte eine moderne Richtung. Man arbeitete viel mit Farbe und Kräusellack. Ein Verkaufsschlager  waren Kupferleuchten für Gaststätten, dann Chrom oder Leuchten in der Kombination  Schwarz - Chrom. Die Firma ging ca. 1984 in Konkurs.

 

E + S Emmrich & Schöning GmbH, Berlin

Die Firma Emmrich & Schöning wurde als GmbH am 29.10.1948 von den Kaufleuten Georg Emmrich und Gerhard Engel in Berlin gegründet mit eigener Produktion von Beleuchtungskörpern und Metallwaren, sowie Be- und Verarbeitung. Hinzu kam der Vertrieb der Waren. 1951 wurde das Stammkapital der Firma von 300 000 DM Ost auf 50 000 DM BDL (Bank Deutscher Länder) neu festgesetzt. Man produzierte in den 50er Jahren Spitzfaltenschirme aus Hartplastik. Am 27.2.1987 ist die Firma erloschen.

 

Egon Hillebrand Leuchtenfabrik, Neheim-Hüsten

Die Firma wurde am 15.5.1881 von Klempner- und Installateurmeister Egon Hillebrand als Hersteller von Neusilberdeckeln für Bierkrüge, Haushaltsgeräten, Petroleumlampen sowie Sturm- und Wagenlaternen gegründet. Mit dem Eintritt des Sohnes Franz wurde der Betrieb um die Jahrhundertwende auf die Herstellung von elektrischen Beleuchtungskörpern umgestellt. Auch dessen ältester Sohn Egon trat nach Ausbildung und  Studium 1936 in das gewachsene Unternehmen ein. Während des Krieges wurde die Arbeit bei Hillebrand fast gänzlich eingestellt. Mit der durch Einberufungen stark reduzierten Belegschaft produzierte man Leichtmetallgeräte und elektrische Bauteile. Die  unter der Leitung des Seniorchefs herausgegebenen Firmen-Nachrichten “der hille Brand” stellten die Verbindung zwischen den Einberufenen und den im Betrieb Verbliebenen   her.  Bei der "Möhnekatastrophe" im Mai 1943 wurden die Räumlichkeiten der Firma bis zum zweiten Stock überschwemmt. Nach dem Ende des Krieges durfte das Unternehmen bereits im Juni 1945 wieder mit dem Betrieb beginnen. Um 1950 wandte man sich der Weiterentwicklung einer 1936/37 entwickelten Reihe von Arbeitsplatzleuchten für Büros zu. 1954 kam die Firma Hillebrand mit dem Leuchtspiegel auf den Markt. Des weiteren stellte man für Langfeldlampen sowohl Zweckleuchten als auch dekorative Exemplare für den Wohnbereich her. Gerade in diesem Bereich ist die Zusammenarbeit mit dem Entwerfer Igl dokumentiert. Durch Hinzuziehen von außerbetrieblichen Formgestaltern und Verwendung neuer Materialien (Idee: Igl-Design) wie gelochtem Blech, Facettenblech und Ramibast erhielt das Leuchtenprogramm der Firma Hillebrand in den 50er Jahren ein neues Aussehen. Um 1955 wurde die Kollektion um eine repräsentative, hochwertige Rustikallinie "Leuchten für Gaststätten und Bauernstuben" erweitert. Die Firma musste 1995 Konkurs anmelden.

 

Gebrüder Kaiser & Co Leuchten GmbH,

Neheim-Hüsten

1895 wurde das Unternehmen von den Gebrüdern Hermann und Heinrich Kaiser zusammen mit Bernhard Gemmecke unter dem Namen "Gebr. Kaiser & Co." gegründet. Schon im folgenden Jahr wurde Hermann Kaiser Alleininhaber der Firma, in der nun nur noch Metallwaren (Petroleumlampen) hergestellt wurden. Ab 1914 produzierte man elektrische Leuchten. Kaiser stellte Wohnraumleuchten aller Art her, wurde aber besonders bekannt für ihre Schreibtischleuchten. Zusammen mit dem Entwerfer Christian Dell entstand ab Anfang 1934 das Zweckleuchten-Programm "idell", das mit eigenen Katalogen beworben wurde. Die Bezeichnung steht für Idee von Dell. Der größte Erfolg wurde mit dem Modell 6556 (1934 entwickelt, ab 1935 in den Katalogen u. bis ca. 1955 im Programm) und 15 Jahre später mit 6556 Super erzielt. Die Firma nahm in der Nachkriegszeit kleinere Veränderung - z.B. eine Reflektorerweiterung (von 6556 zu 6556 Super) vor.Reflektoren im Idell-Programm waren seit dem Entwurf von Rondella immer asymmetrisch angeschnitten weil Dell  dadurch eine bessere Lichtverteilung erreichte.

In den 50er Jahren war Kaiser ein Weltunternehmen. Man beschäftigte zwischen 750 und 1000 Mitarbeiter, gegenüber 50 bis 120 bei den anderen in Neheim-Hüsten ansässigen Firmen. Ende der 70er Jahre wurde Kaiser von Thorn Lighting und 1993 von einer internationalen Investmentgesellschaft INVESTCORP übernommen und in "Thorn Lighting Group" umbenannt. 2000 verlegte man den Standort  von Neheim nach Dortmund. Seither betreibt das Unternehmen nur noch Verkauf und Marktforschung.

 

Otto Schmelzer, Stuttgart

Die Firma Schmelzer wurde am 15.5.1946 von Modellbaumeister Otto Schmelzer in Stuttgart-Zuffenhausen gegründet. Am 1.8.1958 zog die Firma nach Korntal-Münchingen im Kreis Leonberg um. Sie arbeitete als einer der ersten Leuchtenhersteller mit Plexiglas und Plastik. Die Leuchten waren bereits in den 50er Jahren relativ teuer, überzeugten jedoch durch die hohe Qualität des Plexiglases, das sich nicht verfärbte. 1968 hatte der Betrieb 46 Mitarbeiter. Die Firma wurde am 18.5.1979 aus dem Handelsregister gelöscht.