Wandleuchten

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Wandleuchten, die seit den 30er Jahren ein zunehmendes Interesse erfahren, erfreuen sich in den 50er Jahren besonderer Beliebtheit. Es gab sie in vielen Varianten und Ausformungen von Wandarmen, Wandblendleuchten, Wandstrahlern, Wandlaternen, Wandglühlampenleuchten, die auch Wandtulpen genannt wurden, zu Wandbiegeleuchten und Wandschalen. Wandbiegeleuchten mit einem oder zwei flexiblen Schläuchen sind mit Schuten versehen.

Viele Wandarme aus den 50er Jahren erinnern in ihrem Erscheinungsbild an die Pflanzenwelt: Arme mit dem organischen Schwung eines Stängels, Wandplatten in Blattform oder Wandbefestigungen wie Vasen, in denen Blumenstängel-Arme stecken. Die Schirmformen leiten sich von Blütenständen ab, von Dolden, Rispen und Glocken. Diese Entlehnungen aus der Natur werden jedoch im Gegensatz zur floralen Verspieltheit des Jugendstiles stark stilisiert.

Wandschalen und Wandblendleuchten weisen manchmal einen floralen Aufdruck auf oder sie zeigen Muster, die sich aus der modernen Kunst bedienen. Im Zusammenhang mit Wandschalen und Wandblendleuchten sind zwei Formgestalter zu nennen: Wilhelm Wagenfeld für Glasblenden, Hanns Hoffmann-Lederer für Plexiglasverblendungen. Hoffmann-Lederer trat mit seinen Leuchten 1952 anläßlich der Ausstellung Mensch und Technik an die Öffentlichkeit. Sein Bestreben war es, ein lichtstreuendes Material zu finden, das am Abend ein warmes, angenehmes Licht abstrahlt, während sich die Leuchte am Tag wie eine Wandplastik ausnehmen sollte. Für beides eignete sich Plexiglas besonders.