Stehleuchten

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Man unterscheidet Stehleuchten nach ihrer Funktion in Lese- und Stimmungsleuchten.Diese Differenzierung lässt sich nach formalen Kriterien wie der Höhe treffen: Leseleuchten rangieren in der Höhe zwischen 130 cm und 140 cm Höhe, Stimmungsleuchten zwischen 150 cm und 170 cm. Leseleuchten erhellen einen Bereich um einen Sessel. Der Leser benötigt außer der Leuchte neben seinem Sessel einen Tisch als Ablage. Tisch und Leuchte wurden deshalb gerne zu einem Leselampentisch bzw. Beistelltisch mit fest angebrachter Stehleuchte zusammengefügt. Eine der beliebtesten Leuchten, die sog. Tütenlampe, korrekt   Schutenleuchte, ist auch eine Leseleuchte. Es gab sie in zwei-flammiger und drei-flammiger Ausführung. Ihr Erscheinungsbild zeigt zwei oder drei Schläuche, die aus einem Säulenschaft hervorwachsen, oder  einzelne Säulenschäfte, die z.B. mit einem Handgriff aus Bändchenmaterial zu einem Schaftbündel zusammengefügt werden. Die Schuten waren aus den verschiedensten Materialien: z.B. Glasschuten, Pappschuten mit Aufdruck, mit Stoff kaschierte Pappschuten (mit und ohne Fransenborte), Pappschuten mit Plastikfolienbezug, Schuten aus Perga, Stoffschuten, die innen mit Plastikfolie ausgeschlagen sind und Plastikschuten mit Plastikfolienbezug. Neben den von der Beleuchtungsindustrie produzierten Schuten gab es jene, die in Kleinstbetrieben hergestellt und direkt an die Geschäfte abgegeben wurden. 

Funktion der Stimmungsleuchten war, ein angenehmes Lichtklima zu schaffen und Behaglichkeit zu vermitteln. Ihr Licht ist nicht punktuell ausgerichtet wie das der Leseleuchten, sondern verbreitet durch die meist farbigen Schirme ein schummriges Licht, das eine ähnliche Atmosphäre hervorruft wie Kerzenbeleuchtung. Bei den für solche Stimmungsleuchten verwendeten Schirmen handelt es sich um klein gefältelte Plastikschirme, die man entweder Leporelloschirme oder Spitzfaltenschirme nennt. Anders als bei den Schirmen aus Weichfolie wurde hierfür als Material Hartplastik benutzt.